Cubitt 5

Cubitt 5

Cubitt 5 von FYNE Audio: HiFi-Klang mit der Einfachheit eines Bluetooth-Lautsprechers.

 

Es ist das älteste Versprechen und zugleich das grösste Ärgernis der HiFi-Welt: Für richtig guten Klang braucht es eine richtige Anlage – Verstärker, Lautsprecher, ein Gestell voller Geräte, und am Ende bedient sie trotzdem niemand ausser dir. Fyne Audio, die schottische Marke mit der grossen Tradition in koaxialen Treibern, stellt mit dem Cubitt 5 genau diese Rechnung in Frage. Das kompakte Aktivlautsprecher-Paar verspricht das, was lange als Widerspruch galt: die Aufbau-Einfachheit eines Bluetooth-Lautsprechers, die Bedienung über das Smartphone – und den Klang einer ernsthaften HiFi-Anlage. Was hinter diesem Versprechen steckt, schauen wir uns hier an.

1. Aufstellen in zehn Minuten – ganz ohne Verstärker

Der erste Unterschied zur klassischen Anlage fällt beim Auspacken auf: Es gibt keinen Verstärker. Beide Boxen sind vollaktiv – Verstärkerelektronik, DSP-Frequenzweiche und alle Anschlüsse sitzen direkt im Lautsprecher. Man stellt die beiden Kompakten auf ein Sideboard, ein Regal oder den Schreibtisch, verbindet sie mit einem Lautsprecherkabel, steckt sie ans Stromnetz – fertig. Mit gerade einmal 260 × 165 × 215 mm und einem frontseitigen Bassreflexkanal machen sie sich auch dicht an der Wand oder neben dem Monitor gut, genau dort, wo klassische Boxen gerne dröhnen.

Warum das zählt: Die grösste Hürde für guten Klang im Wohnzimmer ist nicht der Preis, sondern die Abschreckung durch Technik. Wenn die Anlage aus zwei Boxen besteht statt aus vier Geräten und einem Kabelknäuel, sinkt die Einstiegsschwelle enorm – auch für Menschen, die sich nie für HiFi interessiert hätten.

2. Bedienen vom Smartphone – wie ein Bluetooth-Lautsprecher, nur besser

Die zweite Revolution ist unspektakulär und gerade deshalb wichtig: Man muss nichts lernen. Der Cubitt 5 verbindet sich per Bluetooth 5.0 mit aptX HD und AAC direkt mit dem Smartphone – einfach koppeln und abspielen, genau wie bei einem simplen Bluetooth-Lautsprecher. Der Unterschied zeigt sich im Klang: Statt des kleinen Monobox-Klanges eines Billig-Lautsprechers stehen hier zwei echte Stereo-Lautsprecher mit Hi-Res-Wiedergabe bis 24 Bit / 96 kHz und bis zu 240 Watt DSP-verstärkter Leistung dahinter. Die Lieblingsplaylist kommt also nicht komprimiert und pappig an, sondern so, wie sie aufgenommen wurde.

Warum das zählt: Die Bedienlogik der Gegenwart ist das Smartphone. Wer auf die Fernbedienung verzichten, die Familie nicht umschulen und trotzdem HiFi-Qualität haben will, findet hier die seltene Kombination: vertraute Bedienung, ernsthafter Klang.

3. IsoFlare: die Punktschallquelle, die den ganzen Raum füllt

Das Herzstück ist eine Technologie, die Fyne Audio aus seinen grösseren und deutlich teureren Lautsprecherserien übernimmt: der IsoFlare-Treiber. Dabei sitzt ein 19-mm-Titanhochtöner koaxial in der Mitte einer 5-Zoll-Tiefmittelton-Membran – Hoch- und Mittelton strahlen also aus einem einzigen akustischen Zentrum ab, aus einer sogenannten Punktschallquelle. Zusammen mit der FyneFlute-Sicke, die unerwünschte Verfärbungen der Membran reduziert, entsteht ein besonders natürliches, raumfüllendes Klangbild. Der entscheidende Vorteil der Koaxialanordnung: Die Stereoabbildung bleibt präzise, egal wo man sitzt – es gibt kein schmales « Sweet Spot », das nur eine Person im perfekten Dreieck geniesst.

Warum das zählt: Wohnzimmer sind keine Hörräume. Wenn der Klang überall im Raum stimmt, wird aus dem technischen Einzelereignis eine geteilte Erfahrung – Musik und Film für alle im Raum, nicht nur für den einen Sessel in der Mitte.

4. Klang, der mehr Musik ist als Technik

Die Verstärkung übernimmt eine DSP-gesteuerte aktive Frequenzweiche, die den Treiber deutlich präziser kontrolliert, als es eine passive Weiche im Innern einer konventionellen Box je könnte. Das Ergebnis ist ein kontrollierter, dynamischer Klang mit präziser räumlicher Abbildung und klaren Stimmen – genau die Qualitäten, für die die IsoFlare-Technik in Fynes grösseren Modellen berühmt ist. Jede technische Angabe für sich klingt wie ein Datenblatt; zusammen ergeben sie das, was eine Anlage eigentlich ausmacht: dass Musik berührt, statt nur den Raum zu füllen. Fyne Audio formuliert es selbst so – der Lautsprecher solle nicht nur den Raum füllen, sondern den Raum verbinden.

Warum das zählt: Guter Klang ist kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung dafür, dass Musik ihre Wirkung entfalten kann. Wer beim ersten Song Gänsehaut bekommt, fragt nicht mehr nach Watt oder Kilohertz.

5. Alles dran: TV über HDMI ARC, Streaming über Toslink, Vinyl über Phono

Wo klassische Aktivsysteme oft nur einen oder zwei Eingänge bieten, ist der Cubitt 5 ein kompletter Allrounder. Über HDMI ARC wird der Fernseher angeschlossen – und damit wird der Klang der Lieblingsserie, des Streaming-Dienstes oder der Konsole auf einmal grosses Kino, mit klaren Dialogen und vollem Klang. Wer Musik kabelgebunden und in bester Auflösung hören will, verbindet einen Musik-Streamer für Dienste wie Qobuz oder Tidal über den optischen Toslink-Eingang – eine störungsfreie Verbindung, die auch an Desktop-PCs und Konsolen glänzt. Und für alle, die Vinyl lieben: Der eingebaute Phono-Vorverstärker nimmt direkt einen Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer auf – ohne zusätzliche Box, ohne Adapter, ohne Kompromiss. Ein Subwoofer-Ausgang erlaubt es später sogar, das System zu einem echten Klang-Kino zu erweitern.

Warum das zählt: Eine Anlage steht und fällt damit, wie viele Quellen sie wirklich abdeckt. Der Cubitt 5 ersetzt Fernseher-Soundbar, Bluetooth-Lautsprecher, Streaming-Lösung und Plattenspieler-Anschluss in einem einzigen Paar Boxen – und damit ein ganzes Regal voller Geräte.

6. Warum das mehr ist als Bequemlichkeit

Der Cubitt 5 ist Fyne Audios erstes aktives Lautsprecher-System – und damit ein Statement der Marke, dass HiFi-Kompetenz nicht an die klassische Gerätekette gebunden ist. Dass hier mit der IsoFlare-Technologie aus den grossen Serien gearbeitet wird, ist kein Marketing-Detail, sondern der Beweis, dass Komfort und Klangqualität keine Gegensätze mehr sein müssen. Für chf 625.- das Paar tritt das System äusserst überzeugend gegen andere kompakte Aktivlautsprecher in dieser und höheren Preisklassen an – mit einer Anschlussvielfalt und einer Technologie-Tiefe, die selten ist. Wer sich fragt, ob die Zeit der separierten HiFi-Geräteketten vorbei ist, bekommt hier eine leise, aber überzeugende Antwort.

Fazit: Die Anlage der Gegenwart

Am Ende steht eine schlichte Erkenntnis: Guter Klang muss nicht kompliziert sein. Der Cubitt 5 zeigt, wohin sich HiFi bewegt – weg vom Geräteturm, hin zu einem Paar Lautsprecher, das sich anfühlt wie ein simpler Bluetooth-Lautsprecher, aber klingt wie eine ernsthafte Anlage. Und weil er Fernseher, Streamer und Plattenspieler gleichermassen bedient, ist er weniger ein Kompromiss als ein Ausblick: Die nächste Generation von HiFi-Anlagen wird nicht grösser oder teurer sein – sie wird einfach aufgestellt und einfach bedient – und sie wird Musik für den ganzen Raum machen.